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Ehemaliger Steinbruch Gosheim

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Der Steinbruch liegt am östlichen Kraterrand. Infolge der Stoßwirkung des Impaktereignisses stehen hier die dickbankigen Kalke des Weißjura Beta und Gamma in überkippter Lagerung an.

Der ehemalige Steinbruch liegt in der sog. Megablockzone zwischen innerem und äußerem Kraterrand. Es handelt sich um eine allochthone Weißjurascholle, die auch den gesamten Kalvarienberg und Flachsberg aufbaut. Es sind gebankte Weißjurakalke des Malm Beta und Gamma aufgeschlossen. Die Schichtabfolge ist überkippt, durch diese Überkippung liegen jetzt die älteren Malm Beta-Kalke über den jüngeren Malm Gamma-Kalken. Bemerkenswert sind engständige, sich kreuzende Kluftscharen mit geringen Versatzbeträgen („Plattenklüftung“), die das präriesische Kluftsystem überlagern und eindeutig auf den Impakt zurückgeführt werden können. Die Impaktschockwelle hat sich in Richtung Kraterrand besonders stark ausgewirkt. Bedingt durch den ballistischen Transport der Scholle und einer anschließenden kurzfristigen Gleitbewegung liegt hier eine gewisse Stauchfaltung vor. Typisch sind die stark mechanisch beanspruchten Ammonitensteinkerne und Belemnitenrostren. Der massige Kalk weist eine typische Mörteltextur auf, dagegen zeigen geschichtete Schollenverbände weit weniger starke Beanspruchung. An den Schichtfugen konnte ein Teil der Schockwellenenergie abgeführt werden, so dass hier nun starke Zerklüftung der Kalkbänke vorliegt.

Der Steinbruch Gosheim liegt am östlichen Rand des Rieskraters in der Megablock- oder Kraterzone. Aufgeschlossen sind Kalksteine des Weißjura, die aufgrund der Stoßwirkung des Impaktereignisses eine gewisse Zerrüttung aufweisen. Aus der stratigraphischen Abfolge der Gesteine wird klar, dass es sich um eine überkippte Scholle handelt. Die älteren Gesteine der Dietfurt-Formation ("Malm Beta") lagern über den eigentlich jüngeren Kalksteinen der Arzberg-Formation ("Malm Gamma"). Der obere Teil der überkippten Dietfurt-Formation, die sogenannten "Werkkalke", war das Gewinnungsziel des Steinbruchs. Diese Gesteine sind heutzutage überwiegend abgebaut. Im Steinbruch konnte durch Wagner (1964) ein präriesisches Kluftsystem nachgewiesen werden, das vom Impakterzeugten, riesischen Kluftsystem überlagert wird. Der Steinbruch ist Ausgangspunkt für einen geologischen Lehrpfad (Kalvarienberg) des Geoparks Nördlinger Ries.

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