20 Jahre Nationaler Geopark Ries
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Wanderausstellung "Suevit in seiner Vielfalt"

Mit der Ausstellung möchte der UNESCO Global Geopark Ries die Faszination der heimischen Geologie für ein breites Publikum erlebbar machen. Besucherinnen und Besucher erhalten spannende Einblicke in die Entstehung des Suevits sowie in seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Gleichzeitig verdeutlicht die Ausstellung die enge Verbindung zwischen den geologischen Besonderheiten des Rieskraters und der regionalen Industrie- und Baugeschichte.

Anhand einer Vielzahl unterschiedlicher Exponate wird ein umfassender Überblick über das Thema Suevit (auch Schwabenstein genannt) und seine Bedeutung in Vergangenheit und Gegenwart vermittelt. Die ausgestellten Exponate werden von den Geopark-Partnern Märker Zement GmbH, RiesKraterMuseum Nördlingen, Matthias Wittner Steinbearbeitung und Restaurierung GmbH & Co. KG, dem finnischen Partner-Geopark Impact Crater Lake – Lappajärvi UNESCO Global Geopark sowie dem UNESCO Global Geopark Ries zur Verfügung gestellt.

Das Bild zeigt einen länglichen Bohrkern aus Suevit. Davor ist ein Schildchen mit der Nr. 1 zu sehen.

[1.1] Dieses Stück Bohrkern stammt aus der Forschungsbohrung Nördlingen, die 1973/74 im Bereich des Rieskraters niedergebracht wurde. Der Suevit wurde in einer Tiefe von etwa 452 m gewonnen; diese Teufenangabe ist noch immer auf dem Bohrkern zu sehen. Die Bohrung wurde über einen Zeitraum von 106 Tagen durchgeführt und erreichte eine Endteufe von 1.206 m. Zwischen etwa 314 und 606 m Tiefe wurde überwiegend Suevit erbohrt. Darunter folgte stark zertrümmertes kristallines Grundgebirge. Die durchgehende Gewinnung der Bohrkerne ermöglichte eine detaillierte wissenschaftliche Untersuchung des Untergrundes.

Zu sehen ist ein Stück Bohrkern aus Suevit mit der Aufschrift (per Hand) FB NÖ 1973.

[1.2] Dieses Stück Bohrkern stammt aus der Forschungsbohrung Nördlingen, die 1973/74 im Bereich des Rieskraters niedergebracht wurde. Der Suevit wurde in einer Tiefe von etwa 452 m gewonnen; diese Teufenangabe ist noch immer auf dem Bohrkern zu sehen. Die Bohrung wurde über einen Zeitraum von 106 Tagen durchgeführt und erreichte eine Endteufe von 1.206 m. Zwischen etwa 314 und 606 m Tiefe wurde überwiegend Suevit erbohrt. Darunter folgte stark zertrümmertes kristallines Grundgebirge. Die durchgehende Gewinnung der Bohrkerne ermöglichte eine detaillierte wissenschaftliche Untersuchung des Untergrundes.

Zu sehen ist ein gelblich wirkendes Stück Suevit mit verschiedenfarbigen Einschlüssen. Davor ist ein Schildchen mit der Nr. 2.

[2] Suevit mit typischer Verteilung von Klasten und Glasfragmenten ("Flädle"). Besonders prägnant sind ein schwarz-weißes Amphibolitbruchstück sowie ein sehr feldspatreiches Granitfragment, möglicherweise aus einem eher pegmatitischen Bereich des kristallinen Grundgebirges.

Das Bild zeigt ein Stück der Gesteinsschmelze "Flädle" (verglast) auf einem Tisch. Davor klein die Nr. 3.

[3] Dieses "Flädle" lag sehr oberflächennah und die umgebende Matrix ist verwittert und wurde weggewaschen. Zurück blieb die aerodynamisch geformte Schmelze (Glas). Dieses Stück zeigt besonders schön die fladen- bzw. Pfannkuchenartige Form die den Gläsern im Ries den besonderen Spitznamen eingebracht hat.

Zu sehen ist ein Stück Suevit aus dem Steinbruch Aumühle mit der Nr. 4.

[4] Durch Verwitterung grünlicher Suevit mit stark poröser Struktur. Glasfragmente zeigen deutlich fortgeschrittene Verwitterung einhergehend mit der Bildung von Montmorillionit, Illit, Smektit und Zeolithe. Die einzelnen Minerale sind mit bloßem Auge nicht zu unterscheiden.

Zu sehen ist ein Stück grauer Suevit aus dem Steinbruch Aumühle mit der Nr. 5.

[5] Weniger verwitterter, typisch grauer Suevit aus dem Steinbruch Aumühle. Dieser ist auch noch deutlich fester und stabiler als der grünliche Suevit Nr. 4.

Zu sehen ist ein rötlich wirkendes Stück Suevit. Davor die Nr. 6.

[6] Dieser Suevit stammt aus dem Nahbereich einer sog. Entgasungsröhre. Nach der Ablagerung des Suevits auf den Bunten Trümmermassen kam es zu einer hydrothermalen Zirkulation. Auslöser hierfür war das Aufheizen der Bunten Trümmermassen durch den darauf liegenden heißen Suevit. Dabei entwichen Fluide (insbesondere Wasser) aus den Bunten Trümmermassen und lösten dabei eine Reihe von Elementen. Beim Aufstieg der Fluide durch den Suevit reagierten diese mit dem Umgebungsgestein der Entgasungsröhren wobei es zur Ablagerung von Mineralen kam. In diesem Fall wurden große Mengen Eisenoxide in die Porenräume des Suevits eingelagert. Dies führte zu einer deutlichen Rotfärbung und Verfestigung des Gesteins. Trotzdem sind die wesentlichen Merkmale (Gläser + Klasten) erhalten geblieben.

Zu sehen ist ein gelb-weiß-rötlich gestreift wirkendes Stück Suevit mit der Nr. 7.

[7] Suevit aus der Nähe des Wemdinger Doosweihers.

Zu sehen ist ein Stück Suevit vom Steinbruch Altenbürg mit der Nr. 8.

[8] Suevit vom Steinbruch Altenbürg

Zu sehen ist ein Stück Schmelze/Glas aus Hürnheim mit der Nr. 9.

[9] Schmelze/Glas aus Hürnheim

Zu sehen ist ein Stück Suevit mit intensiever Grünfärbung und der Nr. 10.

[10] Sehr besonderes Stück Suevit mit intensiver Grünfärbung. Diese wird verursacht durch das Mineral Glaukonit, das aus Tonmineralen nach der Ablagerung des Suevits entstand und die Porenräume füllte. Enthalten sind dunkelgraue Glasfragmente mit einer helleren "Rinde" die vermutlich durch Verwitterung entstand. Das Fragment mit den vielen Blasen ist ebenfalls Glas. Ebenfalls enthalten sind wie immer im Suevit Kristallinbruchstücke. Besonders gut sind die helleren Fragmente, in denen kein oder nur wenig Glaukonit eingelagert wurde. Besonders interessant ist an der Rückseite des Stückes ein herausragendes Glasfragment. Da Glas verwitterungsbeständiger ist wie die umgebende Matrix, blieb es erhalten und steht nun aus dem Gestein heraus.

Zu sehen ist ein Stück Suevit aus dem Kalksteinbruch Heroldingen.

[11] Suevit aus dem Kalksteinbruch Heroldingen

Zu sehen ist ein Stück stark alterierter Suevit aus der Sandgrube "Am Limberg" bei Unterwilflingen.

[12] Stark alterierter Suevit aus der Sandgrube "Am Limberg" bei Unterwilflingen.