Geotop Sandgrube "Am Limberg"
Die ehemalige Sandgrube „Am Limberg“ bei Unterwilflingen erschließt einige der typischen Gesteine des Rieskraters und dokumentiert die Folgen des Meteoriteneinschlags vor rund 15 Millionen Jahren. In den aufgeschlossenen Wänden sind unterschiedliche Zonen erkennbar – von den rötlich gefärbten Ton- und Sandsteinen der Bunten Trümmermassen, über die Haupt-Suevitmasse mit ihren charakteristischen Glasflädle, bis hin zu Kristallinbreccien (tektonisch, beanspruchte Granite und Gneise). Die Abfolge dokumentiert die gewaltigen Kräfte des Einschlags, welche Gesteine zertrümmerten, vermischten und neu anordneten. So wird hier die Dynamik eines kosmischen Ereignisses direkt im Gesteinsgefüge sichtbar.
Es handelt sich um den einzigen Aufschluss im Ries, wo der direkte Kontakt dieser drei Gesteine sichtbar wird.
Der frühere Steinbruch liegt in der Kraterrandzone etwa 2 km innerhalb des nordwestlichen Kraterrandes. Es liegt vermutlich eine präriesisch angelegte Scherfläche vor. An der Nordwand ist Suevit über Granit aufgeschlossen; im Osten ist Suevit von Granit und im Westen von Bunter Breccie begrenzt. Der Suevit ist sehr stark verwittert. Die Gläser und das Kristallin des Suevits sind zu weißlichem Montmorillonit umgewandelt. Große und kleine Blöcke von Granit sind in Suevit eingebettet. Langgestreckte Glasbomben und kristalline Einschlüsse sind fluidal eingeregelt, besonders um die größeren Granitblöcke. „Feinkörniger“ Suevit liegt gangartig in Klüften des östlich angrenzenden Granits. Die besonderen Lagerungsverhältnisse werden damit erklärt, dass nach der Ablagerung des Suevits Bewegungen stattgefunden haben. Dabei ist das locker gelagerte Suevitmaterial zwischen die Granitscholle und die Bunte Breccie gerutscht. Zudem füllte der Suevit die Spalten im zerklüfteten Granit.
Die lange Ostwand der Sandgrube wird von Gneisen und Graniten aufgebaut. An der westlichen Wand stehen brecciierte Kristallingesteine mit gangförmigen Körpern aus grünlichgelber polymikter Kristallinbreccie mit stark verwittertem blasigem Glas an. Überlagert werden diese Gesteine von Bunter Breccie aus überwiegend Keupertonen und -sandsteinen sowie dunklen Juratonen.