Interview mit Artur Sá - Vorsitzender Global Geoparks Network (GGN)
März 2026

Herr Sá, was war der Anlass für die Gründung des Global Geoparks Network und wann erfolgte diese?
Das Global Geoparks Network (GGN) wurde 2004 unter der Schirmherrschaft der UNESCO gegründet, um die wachsenden internationalen Bemühungen zum Schutz des geologischen Erbes zu formalisieren und dieses gleichzeitig als Motor für nachhaltige lokale Entwicklung, Bildung und Geotourismus zu nutzen. Es entstand aus der Notwendigkeit heraus, wegweisende Geopark-Initiativen weltweit miteinander zu vernetzen, um den Wissensaustausch zu ermöglichen und einheitliche Standards für den Naturschutz sowie für ein gemeindebasiertes Wirtschaftswachstum zu schaffen.
Was ist Ihrer Meinung nach die zentrale Aufgabe des GGN?
Meiner Ansicht nach besteht die zentrale Aufgabe des Global Geoparks Network darin, Stätten von herausragendem geologischem Wert zu schützen, zu fördern und gleichzeitig lokale Gemeinschaften zu befähigen, dieses Erbe als Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung zu nutzen. Im Kern zielt es darauf ab, durch internationale Zusammenarbeit und den Austausch bewährter Verfahren ein Gleichgewicht zwischen Naturschutz, Bildung und wirtschaftlichen Chancen herzustellen.
Wie sieht die langfristige Vision des Netzwerks sowohl global als auch regional aus?
Die langfristige Vision des Netzwerks besteht darin, ein weltweit vernetztes System von Geoparks aufzubauen, das das Erbe der Erde bewahrt und gleichzeitig nachhaltige Entwicklung, Bildung und Resilienz in allen Regionen fördert. Auf regionaler Ebene zielt es darauf ab, lokale Identitäten und Wirtschaftssysteme zu stärken, indem es Gemeinden befähigt, ihre natürlichen Ressourcen gemeinsam und verantwortungsbewusst zu verwalten.
Welchen konkreten Mehrwert bietet das Netzwerk seinen Mitglieds-Geoparks?
Das Netzwerk bietet seinen Mitgliedsgeoparks einen klaren Mehrwert durch internationale Sichtbarkeit, Glaubwürdigkeit und den Zugang zu einer starken, globalen Plattform für Zusammenarbeit und Wissensaustausch. Darüber hinaus stellt es einen Rahmen aus gemeinsamen Standards, Möglichkeiten zum Kapazitätsaufbau und gemeinsamen Initiativen bereit, die dazu beitragen, die nachhaltige Bewirtschaftung und die Ergebnisse der lokalen Entwicklung zu stärken.
Wo sehen Sie das Globale Geoparks-Netzwerk in zehn Jahren?
Im Einklang mit seiner Strategie für den Zeitraum 2025–2035 wird das Globale Geopark-Netzwerk voraussichtlich zu einem besser koordinierten und wirkungsorientierten globalen System werden, dessen Schwerpunkt auf der Stärkung der Gemeinden, dem Ausbau seines Einflusses und dem Aufbau strategischer Partnerschaften liegt. In den nächsten zehn Jahren dürfte sich dies in einer ausgewogeneren globalen Präsenz niederschlagen, insbesondere in unterrepräsentierten Regionen wie Lateinamerika, Afrika, dem Nahen Osten und Zentralasien, unterstützt durch innovative Finanzierungsinitiativen und Kooperationsprojekte, die die UNESCO-Global-Geoparks vor allem als wichtige Akteure für Klimaresilienz und nachhaltige Entwicklung positionieren.