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Geologie

Gesteine des Rieskraters

Suevit

Die kosmische Katastrophe schuf ein neues Gestein: den Suevit (von suevia, lateinisch = Schwaben). Der Suevit ist ein Trümmergestein (Breccie), das überwiegend aus Bruchstücken von Graniten und Gneisen (Grundgebirge) und aus Fetzen von aufgeschmolzenem Grundgebirge besteht. Der Suevit hat sich gebildet, als die Glutwolke über dem Krater zusammenbrach.

Die Gesteine im Suevit weisen sehr verschiedene Grade der Druck- und Temperaturbeanspruchung („Stoßwellenmetamorphose“) auf. Das Besondere am Suevit sind die „Glasbomben“ (sog. Flädle), die vollständig aufgeschmolzenes Grundgebirge darstellen.

Durch die Untersuchung des Suevits wurde im Jahr 1960 das Rätsel der Riesentstehung gelöst. Im Suevit wurden die Hochdruckvarianten von Quarz, die Minerale Coesit und Stishovit, und Diamant entdeckt, die typisch für Impaktgesteine sind. Diese Hochdruckminerale gelten als „Fingerabdrücke“ des kosmischen Körpers. Der Begriff Suevit wird heute für entsprechende Gesteine in allen Einschlagskratern, sowohl auf der Erde als auch auf dem Erdmond, verwendet. 

In der unruhigen Oberfläche des Gesteins ist ein schwarzer länglicher Einschluss zu erkennen.

Suevit im Steinbruch Altenbürg

Bunte Trümmermassen (Bunte Breccie)

In einer Reliefkarte sind Flüsse eingezeichnet und die geologischen Einheiten des Rieskraters und seiner Umgebung verschieden eingefärbt.

Bei der Bildung des Kraters wurde Gestein zertrümmert (brecciiert), ausgeschleudert und außerhalb des Kraters als chaotisches Gemenge von Bruchstücken abgelagert. Da diese aus unterschiedlichen Gesteinsformationen stammen, die verschiedene Farben aufweisen, erscheinen die Trümmermassen bunt. Daher der Name „Bunte Breccie“.

Die Anteile der Gesteinsbruchstücke in den Bunten Trümmermassen, die aus verschieden tief gelegenen Gesteinsformationen des Krateruntergrundes stammen, ändern sich von Ort zu Ort sehr stark, ebenso wie ihre Korngröße, die von feinem Staub bis zu kilometergroßen Blöcken reicht. Aus größter Tiefe stammen graue bis rötliche Bruchstücke des kristallinen Grundgebirges (Granite, Gneise, Amphibolite). Gesteinsbrocken aus der oberen Trias (Feuerletten, Burgsandstein) verleihen den Trümmermassen eine rötliche und weißgraue Färbung. Zusammen mit verschiedenen Gesteinen des Jura (schwarzgraue Tone, beigefarbene Eisensandsteine, helle Kalksteine) und Sanden aus der frühen Tertiärzeit sorgen sie für ein reges Farbspiel.

Die Beanspruchung der Gesteine durch hohe Drucke und Temperaturen sind deutlich niedriger als beim Suevit, der als „heiße“ Schicht über den „kalten“ Bunten Trümmermassen abgelagert wurde.

Im Dünnschliff schimmert ein etwa 0.3 mm großer Riesdiamat orange, lila und grün.

Impaktdiamant aus dem Ries (Prof. Dr. F. Langenhorst, Uni Jena)

Unterhalb von hellem Gestein lassen sich mehrere dünne Gesteinsschichten in Rottönen erkennen.

Suevit in Kontakt mit Bunter Breccie im Steinbruch Aumühle bei Oettingen

An den gestuften Abbruchkanten eines ehemaligen Steinbruchs ist helles Gestein zu sehen.

Kontakt Bunte Breccie zum anstehenden Weißjurakalk (Malm) im Steinbruch Gundelsheim

Oberhalb der teils bewachsenen Felswand eines ehemaligen Steinbruchs stehen viele Bäume.

Suevit in Kontakt mit bewegten Weißjurakalken im Steinbruch Altenbürg

Ein graues Gesteinsbruchstück zeigt mehrere schwarze, teils längliche Einschlüsse.

Suevit (Schwabenstein)

Das Bild zeigt einen Mann mit pelzbesetzten Parka. Im Hintergrund ist eine Person mit roter Jacke zu sehen.

Edward Chao (im Vordergrund), einer der Entdecker des Ries-Impaktkraters

Zwei Männer betrachten einen großen Felsbrocken.

Eugene Shoemaker (rechts), einer der Entdecker des Ries-Impaktkraters