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Geotop Glaubenberg

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Am Südostrand des Rieskraters westlich der Stadt Harburg, ist ein relativ breiter Gürtel an allochthonen (ortsfremden) Schollen erschlossen, die vorwiegend aus kalkigen Weißjura-, aber auch älteren sandigen Jura-Gesteinen aufgebaut sind. Sie verdanken ihre heutige Lage der Auswurfphase beim Kraterbildungsereignis. Manche wurden ballistisch in die Luft geschleudert, andere nach der Trennung vom ursprünglichen Gesteinsverband über die damalige Landoberfläche geschoben und dabei sehr stark mechanisch beansprucht. Die in der Umgebung von Großsorheim besonders eindrucksvoll überlieferte, bis zu 4 km breite Hügellandschaft liegt als Schollengürtel dem Äußeren Kraterrand vorgelagert (Megablockzone).

Den Glaubenberg baut geologisch im nördlichen und südöstlichen Abschnitt eine stark unregelmäßig gelagerte Weißjurakalk-Scholle auf; das Geotop dokumentiert einen ehemaligen Steinbruch, an den sich östlich ohne jeglichen geologischen Zusammenhang eine „Sandgrube“ anschließt. Dieses sehr eisenoxidreiche Material des Braunjura hat man für private Bauzwecke genutzt. Auf der Kalkscholle erweckt eine Besonderheit unsere Aufmerksamkeit: ein fossiles Flussbett, welches offenbar nach der Existenz des Rieskrater-Sees (also „postriesisch“, eiszeitlich) mit Geröllen und siltigen Sanden (aufgearbeitetes Material hauptsächlich der umgebenden Bunten Breccie) gefüllt wurde. Derlei Sedimente trifft man im Riesgebiet sehr selten an; sie sind ein eindrucksvolles Zeugnis des ehemaligen Gewässernetzes der Region. Auf kalkige Relikte des ehemaligen Rieskratersees trifft man weiter westlich am Fuß des Kleinen Hühnerbergs, außerhalb des Geotops.

Dieses Projekt wurde von der Europäischen Union aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und vom Freistaat Bayern kofinanziert.

Karte

Info-Adresse

Stadt Harburg
Schlossstraße 1
86655 Harburg (Schwaben)
Tel.: 09080 9699-24