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Besiedlungsgeschichte

Das Ries gilt als eine Schatzkammer der Vor- und Frühgeschichte und weist eine beeindruckende Siedlungskontinuität auf: Von der Altsteinzeit über die Römer- und Alamannenzeit bis hin zur Landesentwicklung des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Adel, Städte, Klöster und Kirchen schufen eine facettenreiche kulturelle Vielfalt. 

Die Orte, die auf -ingen und -heim enden, verweisen auf die alamannische und fränkische Besiedlungsgeschichte des Rieses. Die Siedlungsgeschichte des in das Ries reichenden Teiles des Ostalbkreises ist eng mit der Geschichte des Nördlinger Rieses verbunden.

Die flache Ebene des fruchtbaren Rieskessels und die günstige Lage im Schnittpunkt kultureller Kräftefelder waren die Voraussetzungen für eine frühe Siedlungstätigkeit seit der Mittleren Altsteinzeit und für die Entwicklung eines in sich abgeschlossenen Kulturraumes.

In der keltischen Hallstattzeit entstand auf dem Ipf, einem Zeugenberg der Schwäbischen Alb, ein bedeutender Fürstensitz als Zentrum einer ganzen Kulturprovinz, dessen Bedeutung sicher weit in die Riesebene hineinreichte. Der Berg gehört als Fürstensitz in den exklusiven Kreis von etwa 20 solcher bedeutender Anlagen in Mitteleuropa.

Die große Ofnethöhle hat einen breiten Eingang. Im rechten Bereich ist er höher, sodass man stehen kann. Neben dem Eingang befindet sich eine Informationstafel.

Die große Ofnethöhle hat einen breiten Eingang. Im rechten Bereich ist er höher, sodass man stehen kann. Neben dem Eingang befindet sich eine Informationstafel.

Auf einem kleinen Stab sitzt eine Bronzefigur, die die Hände wie zum Flötenspiel hält.

Röm. Flötenspieler aus Holheim

Ein Faustkeil hat eine kegelige Form und einige Kanten auf der Oberfläche.

Der neun Zentimeter lange Faustkeil vom Fuße des Rollenbergs bei Großsorheim gilt als eines der ältesten Artefakte des Rieses.

Auf einer Wiese befindet sich eine abgesperrte archäologische Ausgrabungsstätte.

Ausgrabung keltischer Siedlungsreste am Ipf

In einer Wiese befinden sich Mauerfundamente zweier Gebäude. Hinter einer Buschreihe erhebt sich ein felsiger Hügel.

Villa rustica (römischer Gutshof) bei Holheim, 2./3. Jh. n. Chr

Am Boden einer nachgebildeten Höhle liegen mehrere Schädel.

Schädelrekonstruktion im Stadtmuseum Nördlingen

Die schwarz-weiße Luftaufnahme zeigt den Rieskrater mit dem bewaldeten Kraterrand und Wolken darüber. Linien zeigen die Lage der Städte Nördlingen, Oettingen und Wemding.

Blick auf das Ries aus ca. 3.000 m Höhe (Ausschnitt)

Mit guter Begründung kann man das Ries und sein Umland als ein Land der Burgen und Schlösser bezeichnen: Burgställe, Burgruinen und die heute noch erhaltenen Burgen und Schlösser bezeugen einen enormen Reichtum an ehemaligen Herrensitzen, wie er nur selten anzutreffen ist. Hervorzuheben sind die Harburg, eine der größten, ältesten und besterhaltenen Burgen Süddeutschlands, Schloss Baldern, Burgruine Niederhaus, aber auch das einstige Residenzschloss Oettingen mit seinen wertvollen Stuckarbeiten und dem weithin bekannten Festsaal.

Zu dem bedeutenden kirchlich-klösterlichen Erbe gehören neben den ehemaligen Benediktinerklöstern Auhausen und Mönchsdeggingen, den Zisterzienserinnenklöstern Kirchheim und Klosterzimmern, dem Kartäuserkloster Christgarten und den Stadtklöstern in Nördlingen, Donauwörth und Wemding auch die zahlreichen Kirchen in den Dörfern und Städten mit ihren kunstgeschichtlich zum Teil sehr wertvollen Ausstattungen.

Eine Burg steht auf einem bewaldeten Hügel. Im Vordergrund schwimmen Enten auf einem Fluss.

Schloss Harburg, eine der größten Burgen Süddeutschlands

Ein dreistöckiges Gebäude mit weißer Fassade hat an den Seiten runde Türme und am Giebel  eine blaue Uhr.

Schloss Reimlingen

Eine Kirche mit weiß-gelber Fassade steht leicht erhöht. Im Hintergrund erstreckt sich eine weite Landschaft.

Maria Brünnlein Wemding

Ein dreistöckiges Schloss hat eine weiße Fassade und Fenster mit grauem Gesims. An der Seite schließt sich ein schmiedeeiserner Zaun an.

Residenzschloss Oettingen

An eine kleine braune Kirche schließen sich teils verfallene Mauern mit Rundbögen an.

Kartäuserkloster Christgarten

Von besonderer Bedeutung für die Gestaltung der Kulturlandschaft waren die Städte: Die ehemals Freien Reichsstädte Nördlingen, Bopfingen und Donauwörth (bis 1608) ebenso wie die einstige Residenzstadt Oettingen oder die seit 1467 bayerische Stadt Wemding. Dazu zählt auch die Burgstadt Harburg, die Mitte des 13. Jahrhunderts oettingisch wurde und von 1493 bis 1549 Residenzort war.

An einem gepflasterten Platz befinden sich ein rotes Gebäude mit Fachwerk am Giebel und ein cremefarbenes Gebäude mit Fensterläden, hinter dem sich ein Kirchturm erhebt.

Marktplatz Bopfingen am Ipf

Das Luftbild zeigt die kreisrunde Altstadt von Nördlingen mit dem Kirchturm in der Mitte. Außerhalb der Stadtmauer schließen sich weitere Siedlungen an.

Die ehemals Freie Reichsstadt Nördlingen mit vollständig erhaltener, rundum begehbarer Stadtmauer

In einer Innenstadt stehen verschiedene historische Gebäude, hinter denen sich zwei Kirchtürme erheben. Am linken Bildrand stehen blaue Sonnenschirme.

Marktplatz Wemding

Zeugen der Besiedlungsgeschichte

Der UNESCO Global Geopark Ries beherbergt in großer Zahl vor- und frühgeschichtliche Bodendenkmälern. Die steinzeitlichen Höhlen etwa zeugen von einer lebhaften Vergangenheit des Riesbeckens – ebenso die keltischen Fürstensitze, Wallanlagen und Brandopferstätten der Metallzeit. Zudem finden sich zahlreiche Überreste römischer und alemannischer Stätten im UNESCO Global Geopark Ries. Sämtliche Orte werden in der Kartendarstellung als Punkte aufgeführt, beim Hineinzoomen erkennen Sie die genaue Lage der archäologischen Stätten. Sobald Sie die Symbole anklicken, öffnet sich ein Infofenster mit näheren Informationen und einer Anfahrtsbeschreibung.