Burgfelsen Wallerstein

Der mächtige Süßwasserkalkstotzen überragt als Härtling die Riesebene um ca. 70 m. Die porösen, meist massigen Kalke entstanden durch kalkreiche Arteser, z.T. unter Ton- und Seewasserbedeckung.

Der Wallersteiner Felsen gehört zum inneren Ring und liegt an dessen westlichem Rand. Der Wallersteiner Felsen ist aus Riesseekalken aufgebaut. Die Riesseekalke, -tone und -mergel sind Sedimente des Kratersees, der sich in der Hohlform bildete, die durch den Impakt herausgebildet wurde. Der mächtige Kalkstotzen des Wallersteiner Felsens überragt als Härtling die Riesebene um ca. 70 m. Die porösen, meist massigen Kalke werden von einer Kristallinscholle des inneren Rings unterlagert. Durch Tiefbohrungen und Neubau-maßnahmen nordöstlich des Felsens ist die Basis des Wallersteiner Felsen bekannt. Es handelt sich um beim Einschlag herausgehobenes, brecciiertes Kristallines Grundgebirge (Granit, Gneis). Die untersten Bereiche der tertiären Seekalke bestehen aus gering mächtigen Lagen eines Transgressionskonglomerats, das sich aus verbackenen Klasten (Riesseekalk-Gerölle sowie aufgearbeitetes Grundgebirgsmaterial) zusammensetzt. Auf dem Weg zum Gipfel sind Travertine gut aufgeschlossen. Es liegen Stromatolithe, Cladophorites-Algenbauten und Travertin-Mounds vor. Die Entstehung des Felsen ist auf die gesamte Riesseezeit (ca. 2 Millionen Jahre) ausgedehnt. Im Aufstiegsbereich vadoser Wässer haben sich Travertine gebildet. Das von außerhalb des Sees eingedrungene Süßwasser ist als artesische Quelle aufgestiegen. Während der Riesseezeit sind die Travertinbildungen häufig dem langsam ansteigenden Seespiegel vorausgewachsen. Fossilfunde von brütenden Wasservögeln (Pelikane, Flamingos) belegen, dass der Felsen zeitweise als Insel aus dem See herausgeragt haben muss. Zudem wurden auch Versteinerungen von Schildkröten, Schnecken und Insekten (u. a. Libellenlarven) gefunden. Gegen Ende der Riesseezeit wurde der Druck der artesisch aufdringenden Wässer ausgeglichen und die Kalkausfällung wurde beendet. Der Wallersteiner Felsen wurde von tonigen Riesseeablagerungen überdeckt. Nach der Auffüllung des gesamten Kraterbeckens war der Felsen zusedimentiert. Erst später wurde der Ton erodiert und die härteren Kalkablagerungen wieder herauspräpariert.

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